8 Gründe, warum ein Food Truck keinen Social-Media-Account benötigt
21.12.2023 / aktualisiert am 06.02.2026
Vor einigen Jahren habe ich fast täglich Zeit in Social Media investiert.
Posts schreiben, Bilder hochladen, Kommentare beantworten, Reichweite beobachten.
Der wirtschaftliche Effekt?
Wenn es hochkommt, ein zweistelliger Eurobetrag pro Monat.
Heute investiere ich null Minuten im Monat in Facebook, Instagram & Co.
Und: Mein Geschäft läuft besser denn je.
Dieser Artikel ist keine Aufforderung, Social Media grundsätzlich zu verteufeln.
Er ist eine Einladung, ehrlich zu prüfen, ob sich der Aufwand für dein Food-Truck-Business wirklich lohnt.
Vorab: Sinnvolles Food-Truck-Marketing beginnt nicht auf Instagram
Bevor wir zu den Gründen kommen, eine wichtige Einordnung:
Gutes Food-Truck-Marketing verläuft in dieser Reihenfolge:
- Sichtbarkeit im echten Leben (Standorte, Qualität, Wiedererkennung)
- Eine saubere Website als zentrale Anlaufstelle
- Erst danach: optionale Kanäle wie Social Media
Viele drehen diese Reihenfolge um – und wundern sich über ausbleibende Ergebnisse.
Warum die Ergebnisse dann ausbleiben, zeigen dir die folgenden 8 Aspekte:
1. Reichweite gibt es nur noch gegen Geld
Organische Reichweite war früher ein Thema.
Heute ist sie in den sozialen Medien – realistisch betrachtet – nahe null.
Unbezahlte Beiträge erreichen:
- einen Bruchteil deiner Follower
- oft weniger Menschen als dein Truck an einem guten Mittag verkauft
Wer Reichweite will, muss bezahlen.
Und selbst dann ist sie weder garantiert noch nachhaltig.
2. Zeit ist dein knappster Faktor
Zeit, die du für:
- Postings
- Kommentare
- Nachrichten
- Content-Ideen
verwendest, fehlt dir für:
- bessere Standorte
- Angebotsoptimierung
- Kundenerlebnis
- echte Umsatzhebel
Social Media fühlt sich oft nach Arbeit an – ist aber selten wertschöpfende Arbeit.
3. Du arbeitest primär für die Plattform – nicht für dich
Inhalte auf Social Media gehören nicht dir.
Sie verschwinden schnell und bauen keinen nachhaltigen Wert auf.
Inhalte auf deiner Website:
- bleiben auffindbar
- stärken deine Positionierung
- können über Jahre Kunden bringen
Der Unterschied ist fundamental.
4. Social Media erzeugt permanenten Druck
"Du solltest wieder etwas posten."
"Deine Reichweite sinkt."
"Bleib sichtbar."
Dieser Rhythmus:
- erzeugt Stress
- zwingt zu Belanglosigkeit
- belohnt Regelmäßigkeit, nicht Qualität
Ein Food Truck braucht keinen Content-Takt, sondern ein funktionierendes Geschäftsmodell.
5. Rabatt- und Schnäppchenmentalität schadet deinem Geschäft
Social Media ist ein Rabatt-Umfeld.
Kunden, die dort kaufen:
- sind preissensibel
- wenig loyal
- schnell wieder weg
Für Food Trucks gilt: Rabatte lösen selten strukturelle Probleme – sie überdecken sie nur.
6. Social Media frisst Fokus
Wer beruflich Social Media nutzt, nutzt es meist auch privat intensiver.
Das Resultat:
- mehr Ablenkung
- weniger Klarheit
- geringere Produktivität
Gerade als Solo-Selbstständiger ist Fokus Gold wert.
7. Social-Media-Posts sind kurzlebig
Ein Post lebt:
- Stunden
- maximal Tage
Danach ist er verschwunden.
Ein guter Website-Artikel kann:
- Monate
- Jahre
- dauerhaft wirken
Wenn du Zeit in Social Media investierst, dann in Inhalte mit Halbwertszeit.
8. Social Media ist nicht dein realer Markt
Deine Kunden stehen:
- an deinem Standort
- vor deinem Truck
- auf Events
- in Unternehmen
Follower aus anderen Städten oder Ländern helfen dir im Tagesgeschäft nicht.
Caterings entstehen:
- über Empfehlungen
- über Sichtbarkeit
- über Vertrauen
Nicht über Facebook-Gruppen.
Fazit
Social Media ist kein Muss.
Und für viele Food Trucks kein sinnvoller Hebel.
Wenn du:
lokal arbeitest
über Qualität verkaufst
planbare Umsätze willst
dann ist deine Zeit oft besser investiert in:
- Standorte
- Struktur
- Angebot
- Website
Social Media darf ein Zusatz sein.
Es sollte aber nie die Grundlage deines Geschäfts sein.
Ein funktionierendes Food-Truck-Business entsteht nicht durch Likes, sondern durch klare Strukturen
In der Food Truck Formel lernst du, wie du Sichtbarkeit, Angebot und Umsatzkanäle sinnvoll aufbaust – unabhängig davon, ob du Social Media nutzt oder bewusst darauf verzichtest.
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