Food Truck Beratung
Erfolgreich ins Streetfood Business starten!

Warum ich Herrn Rogger hasse, aber ihm dankbar bin. 

Warum aus meiner Uni-Foodtruck-Idee nichts wurde – und warum ich trotzdem dankbar bin.

09.12.2023 / aktualisiert am 13.02.2026

Food Truck verkauft Essen auf einem Universitätscampus

Meine Food-Truck-Idee entstand nicht in einer hippen Gründer-Session, sondern aus einem banalen Problem: Am Campus gab es nichts Gescheites zu essen. 

Rund 8.000 Studierende – und das kulinarische Angebot fühlte sich an wie ein schlechter Kompromiss aus "geht schon" und "muss halt".

Irgendwann saßen wir wieder beim Italiener gegenüber, schimpften – und plötzlich war sie da: diese typische Gründer-Sekunde, in der man sich denkt: "Das kann doch nicht sein. Das müsste man doch besser lösen können."

Erst spannen wir die Idee groß: ein Laden, ein Konzept, ein Name.

Eine Woche später war klar: Zu viel Kapital, zu viel Fixkosten, zu viel Risiko.
Idee wieder zu den Akten.

Bis eine Freundin meinte: "Vergiss den Laden. Wir brauchen keinen Laden. Wir brauchen einen Food Truck."

Und plötzlich machte alles Sinn: mobil, flexibel, kleiner Einstieg – und genau dort, wo die Nachfrage ist: am Campus.

Der Plan war logisch – aber die Realität war es auch

Ich nahm die Idee ernst. Sehr ernst.

Wir machten Umfragen, analysierten, rechneten – und das Feedback war eindeutig: Bedarf ist da.

Der Rest ist schnell erzählt: Meine Mitgründerin entschied sich kurz vor dem Start dagegen. Sicherheit statt Risiko. Kann ich verstehen.

Ich zog trotzdem durch. Allein.

Der Truck war organisiert, Finanzierung stand, Genehmigungen liefen – aber ein Punkt blieb: der Standort an der Uni.

Und hier kommt "Herr Rogger" ins Spiel.

Warum "Herr Rogger" mir die Uni-Idee gekillt hat

An Universitäten gilt oft: Essen ist Sache des Studentenwerks.

Nicht "weil man dich nicht mag", sondern weil es einen Verpflegungsauftrag und Strukturen gibt.

Ich brauchte also eine Zusage.

Und nach viel Telefonieren landete ich bei genau der Person, die entscheiden konnte.

Die Botschaft war sinngemäß:

  • Ein zusätzliches Angebot? Möglich.
  • Aber nur unter Bedingungen, die für mich wirtschaftlich nicht funktionieren.

Konkret: Preisvorgaben, die ein Food-Truck-Gewerbe nicht abbilden kann, weil:

  • Mensapreise subventioniert sind
  • Food Trucks nicht subventioniert sind
  • und sich die Kalkulation nicht wegdiskutieren lässt

Damit war die Idee vom Campus-Standort tot.

Und ja: In dem Moment war ich stinksauer.

Warum ich ihm heute dankbar bin

Weil ich dadurch gezwungen war, das zu tun, was viele Gründer zu spät tun:

  • nicht am Traum-Standort festbeißen
  • nicht auf eine einzige Lösung setzen
  • nicht auf "wenn das klappt, dann…" bauen

sondern ein Modell aufzubauen, das ohne Wunschdenken funktioniert

Ich musste raus aus der Uni-Fixierung und rein in die echte Welt:

  • Standorte testen
  • Nachfrage beweisen
  • Kunden gewinnen
  • und am Ende: mein eigenes System finden

Ohne diesen Dämpfer hätte ich mich vermutlich viel zu lange an einer Idee festgeklammert, die auf dem Papier sexy war – aber in der Praxis politisch und wirtschaftlich zäh.

Der wichtigste Lernpunkt

Wenn du dir als Gründer etwas aus diesem Kapitel mitnimmst, dann das: Ein guter Standort ist nicht der, den du "willst", sondern der, den du verlässlich spielen kannst.

Und ein gutes Geschäftsmodell hängt nie an einer einzigen Tür.

Und: Sollte ich es heute nochmal versuchen?

Vielleicht – aber nur unter einer Bedingung: Wenn die Rahmenbedingungen klar und wirtschaftlich sind.

Nicht aus Trotz. Nicht als Rachefantasie.
Sondern als rationaler Test.

Wenn ich noch im freien Verkauf unterwegs wäre, würde es vermutlich tun.

Viele Food-Truck-Ideen scheitern nicht am Essen, sondern an Standortlogik und Rahmenbedingungen.

In der Food Truck Formel zeige ich dir, wie du dein Konzept so aufbaust, dass es nicht an einer einzigen Tür hängt – und wie du Standorte, Umsatzschienen und Kalkulation von Anfang an realistisch zusammenbringst.

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