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Warum Umsatz im Food-Truck-Business eine gefährliche Kennzahl ist

20.02.2026

Volle Kassenlade mit Münzen, während nur eine einzelne Münze beiseitegelegt wird – Symbol für hohen Umsatz bei geringem Gewinn

Wenn angehende Food-Trucker eine Frage lieben, dann diese: "Wie viel Umsatz kann man machen?"

Nicht Gewinn.
Nicht Arbeitszeit.
Nicht Effizienz.

Umsatz.

Weil Umsatz messbar ist.
Weil Umsatz beeindruckt.
Weil Umsatz nach Erfolg klingt.

Und genau darin liegt das Problem.

Umsatz fühlt sich gut an.

Aber Umsatz sagt fast nichts darüber aus, wie gut dein Geschäft wirklich läuft.

Der Moment, in dem Umsatz plötzlich seinen Glanz verliert

Es gab viele Tage, an denen ich abends auf die Zahlen geschaut habe und dachte: "Lief doch super."

Viele Portionen.
Volle Kasse.
Stress ohne Ende.

Und dann rechnest du den Aufwand dagegen.

Vorbereitung.
Einkauf.
Fahren.
Aufbau.
Reinigung.
Abbau.
Nachbereitung.

Und plötzlich wird aus einem "guten Tag" ein ziemlich durchschnittlicher Stundenlohn.

Dieses Aha-Erlebnis hatte ich nicht einmal.
Sondern immer wieder.

Beim Mittagstisch.
Bei Caterings.
Und ganz besonders bei freien Verkäufen auf Events.

Umsatz kann laut sein.

Die Realität ist leiser.

Umsatz ist nicht gleich Gewinn

Ein hoher Umsatz kann bedeuten:

  • viele Portionen verkauft
  • lange Schlange
  • zufriedene Kunden
  • Stress ohne Ende

Aber er kann genauso bedeuten:

  • hoher Wareneinsatz
  • lange Vorbereitungszeit
  • überdurchschnittlicher Personalaufwand
  • hohe Standgebühren
  • zusätzliche Fahrten & Logistik
  • Verschleiß & Reparaturen

Das Ergebnis?

Du arbeitest viel und verdienst durchschnittlich.
Oder schlimmer: unterdurchschnittlich.

Zeitlicher Gewinn vs. geldlicher Gewinn

Ein besonders extremes Beispiel: Ich habe einmal ein Hochzeitscatering für 25 Personen gemacht.

Normalerweise nehme ich solche Aufträge nicht an.
Schon gar nicht in der Hochsaison.

Aber das Brautpaar war mir so sympathisch und wollte mich unbedingt buchen. Sie versuchten, irgendwie meinen Mindestauftragswert zu erreichen.

Das Ergebnis:

  • Begrüßungssnack
  • Mittagessen
  • Kaffee & Kuchen
  • Abendessen
  • Doggybags

Ich habe fast die komplette Speisekarte rauf und runter produziert.
Für 25 Personen.

Der Umsatz war ordentlich.
Der Aufwand war absurd.

Zeitlicher Gewinn: null
Lerneffekt: enorm.

Seitdem weiß ich: Nicht jeder Auftrag ist ein guter Auftrag.

Der klassische Anfänger-Denkfehler

Viele Einsteiger glauben: "Wenn ich 1.000 € Umsatz am Tag mache, läuft’s."

Für den Anfang kann das eine sinnvolle Orientierungsgröße sein.

Aber: Hoher Umsatz ≠ gutes Geschäft.

Ein Tag mit 1.000 € Umsatz kann besser sein als ein Tag mit 2.000 € Umsatz.
Oder deutlich schlechter.

Es kommt darauf an, wie dieser Umsatz entsteht.

Wo das Geld wirklich verschwindet

Gerade am Anfang werden typische Kosten unterschätzt.

1. Wareneinsatz

Große Portionen.
Premium-Zutaten.
"Da kann ruhig noch etwas mehr drauf."

Großzügigkeit ist sympathisch.
Aber betriebswirtschaftlich gefährlich.

2. Zeitaufwand

Vorbereitung frisst Stunden.
Organisation frisst Energie.
Extrawünsche fressen Marge.

3. Standgebühren & Provisionen

Überhöhte Standgebühren sind oft der Garaus.

Wenn überhaupt, sind Provisionslösungen sinnvoll.

Alles andere frisst deinen Gewinn.
Oder noch schlimmer: Lässt dich am Ende des Tages mit einem Minus rausgehen

4. Fixkosten, die niemand sehen will

Viele rechnen nur: Einnahmen – Einkauf = Gewinn

Die Realität:

  • Steuern
  • Versicherungen
  • Reparaturen
  • Wartung
  • Miete / Lager
  • Energie
  • Verschleiß

Diese Kosten verschwinden nicht.
Sie warten nur.

Events: viel Umsatz, wenig übrig?

Freier Verkauf auf Events klingt nach Goldgrube.

Kann er sein.
Muss er aber nicht.

Hoher Umsatz trifft dort oft auf:

  • hohe Standgebühren
  • lange Arbeitszeiten
  • hohen Wareneinsatz
  • Wetterrisiko
  • Personalbedarf

Am Ende bleibt oft weniger übrig als gedacht.

Der effizienteste Umsatz ist unspektakulär

Vom Aufwand-Nutzen-Verhältnis unschlagbar: Firmencaterings mit mehreren hundert Portionen.

Warum?

  • kurze Einsatzdauer
  • klare Abläufe
  • planbare Mengen
  • wenig Extrawünsche
  • effizienter Wareneinsatz

Oft liefert ein 3-Stunden-Firmencatering das gleiche Ergebnis wie eine Hochzeit mit deutlich höherem Aufwand.
Oder zwei bis drei gut laufende Selbstzahler-Events.
Oder eineinhalb bis zwei Wochen Mittagstisch.

Nicht jeder Umsatz ist gleich wertvoll.

Warum Effizienz wichtiger ist als Wachstum

Viele denken: Mehr Umsatz = mehr Erfolg.

Das führt oft zu:

  • mehr Arbeit
  • mehr Stress
  • mehr Kompexität
  • mehr Fehlerquellen

Wachstum ohne Effizienz ist kein Fortschritt.

Es ist Überforderung mit Ansage.

Erfolg misst sich nicht an der Schlange vor dem Truck

Volle Schlange = gutes Gefühl.
Hoher Umsatz = Stolz.

Aber:

Effizienz entscheidet.
Struktur entscheidet.
Kalkulation entscheidet.

Oder anders gesagt:
Den Umsatz steigern kann jeder.
Ihn sinnvoll zu steigern erfordert Know-how.

Was du stattdessen im Blick haben solltest

Statt nur auf Umsatz zu schauen, frage dich:

  • Wie viel bleibt pro Einsatz übrig?
  • Wie viel Zeit investiere ich?
  • Wie effizient ist mein Ablauf?
  • Wie planbar ist der Einsatz?
  • Wie stark belastet mich der Auftrag?

Das sind die Fragen, die dein Business stabil machen.

Nicht der Tagesumsatz.

Wenn du lernen willst, wirtschaftlich zu denken

Viele Food-Trucker arbeiten hart.
Aber nicht wirtschaftlich.

Wenn du verstehen willst, wie du dein Business effizient kalkulierst und strukturierst:

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