Energieversorgung im Food Truck - Strom oder Gas?
28.11.2021 / aktualisiert am 05.02.2026
Spätestens bei der Geräteauswahl stellt sich jeder Food-Truck-Gründerin dieselbe Frage: Strom oder Gas? Oder beides?
Die kurze Antwort lautet: In den meisten Fällen ist eine Kombination aus Strom und Gas die sinnvollste Lösung.
Warum das so ist – und wo die Grenzen beider Systeme liegen – schauen wir uns nüchtern an.
Strom vs. Gas: Wofür eignet sich was?
Im Food Truck geht es weniger um Ideologie, sondern um Energiebedarf, Verfügbarkeit und Praxistauglichkeit.
Gas: viel Leistung, relativ unabhängig
Gas spielt seine Stärken dort aus, wo hohe Dauerleistung benötigt wird – vor allem beim Kochen.
Typische Gasgeräte im Food Truck:
- Kochfelder
- Grills
- Fritteusen
Der Vorteil: Mit Gas erreichst du die nötige Leistung, ohne auf Starkstrom angewiesen zu sein.
Gerade an klassischen Mittagsstandorten ist Starkstrom (400 V) oft nicht vorhanden – normaler 230-V-Strom dagegen meist schon.
Strom: ideal für Dauerläufer & Nebenverbraucher
Strom eignet sich besonders für Geräte mit konstantem, moderatem Verbrauch:
- Kühlgeräte
- Kassen- und IT-Technik
- Wasserpumpen / Spülarmaturen
- Beleuchtung
Zum Kochen hingegen ist Strom oft unpraktisch, weil:
- der Leistungsbedarf sehr hoch ist
- 230 V schnell an ihre Grenzen kommen
- Starkstrom nicht überall verfügbar ist
Aber Vorsicht: Auch Gas ist nicht unbegrenzt verfügbar
Gas wird oft als "problemlos" wahrgenommen – ist es aber nicht.
Auch hier gibt es physikalische und technische Grenzen:
- Bei hoher Dauerlast kann der Gasdruckregler vereisen
- Die Anlage ist nur für bestimmte Entnahmemengen ausgelegt
Wichtig: Die Gasanlage sollte immer mit einem Fachbetrieb geplant und abgestimmt werden – insbesondere, wenn mehrere leistungsstarke Geräte gleichzeitig betrieben werden sollen.
Brauche ich einen Stromerzeuger?
Kurz und ehrlich: In den meisten Fällen nein.
Stromerzeuger klingen auf dem Papier nach Unabhängigkeit, sind es in der Praxis aber kaum:
- Gute, leise Geräte sind teuer
- Die Effizienz ist gering
- Ab ca. 2 kW Leistung (z. B. Bain-Marie + Kühlschrank) werden sie groß, schwer und unhandlich
Aus Erfahrung:
Über Jahre hinweg braucht man einen Generator für den Food Truck extrem selten.
Auf Veranstaltungen gibt es fast immer Strom – oft sogar Starkstrom.
Wenn ein Standort nur mit Generator funktioniert, ist meist nicht die Energieversorgung das Problem, sondern der Standort selbst.
Sonderfall: Indoor-Events
Wenn du auch Indoor-Veranstaltungen bedienen willst, verschiebt sich die Bewertung.
In vielen Hallen gilt:
- Gasbetrieb ist untersagt
- Benzin- oder Diesel-Fahrzeuge dürfen nur unter strengen Auflagen hinein (z. B. Tank mit Stickstoff befüllen)
Je nach Eventgröße und Auftraggeber übernimmt diese Zusatzkosten manchmal der Kunde – oft aber auch nicht.
In solchen Szenarien haben Foodtrailer mit rein elektrischem Betrieb klare Vorteile.
Fazit: Die Kombination macht den Unterschied
In der Praxis hat sich bewährt:
- Gas für energieintensive Kochprozesse
- Strom für Kühlung, Technik und Nebenverbraucher
Wenn du Gas einsetzt, achte darauf, dass:
- die Anlage praxisgerecht dimensioniert ist
- Geräte möglichst leicht ausbaubar sind (z. B. Flaschengasanlage statt fest eingelassener Kochtechnik)
So bleibst du flexibel – auch wenn sich Einsatzarten oder Veranstaltungsformate ändern.
Die Frage nach Strom oder Gas ist selten eine reine Technikentscheidung – sie beeinflusst Standorte, Einsatzarten und Investitionskosten.
Im Food-Truck-Workbook lernst du, wie du solche Grundsatzentscheidungen strategisch triffst und realistisch in dein Gesamtkonzept einordnest.
Ähnliche Artikel:
Dieselfahrverbote – Was bedeutet das für Food Trucks?
Haben E-Autos im Foodtruck Business eine Chance? Ein Kommentar.
Gebrauchten Food Truck kaufen - was muss ich beachten?
Alle weiteren Artikel dieser Seite findest du in der Blog-Übersicht.
