Food Truck Beratung
Erfolgreich ins Streetfood Business starten!

Haben E-Autos im Foodtruck Business eine Chance?

Kommentar und Einschätzung 2026

07.03.2022 / aktualisiert am 13.02.2026

E-Food-Truck in der Innenstadt ist an eine Ladesäule angesteckt

Nachhaltigkeit ist längst kein Trend mehr, sondern Erwartung.

Mehrwegpflicht, regionale Produkte, CO₂-Diskussionen, Umweltzonen – all das betrifft auch uns Food-Trucker. Und irgendwann landet man zwangsläufig bei der Frage: Muss mein nächster Food Truck elektrisch sein?

Oder anders gefragt: Ist ein E-Food-Truck wirtschaftlich sinnvoll – oder eher ein politisches Wunschbild?

Erstmal Klartext: Worum geht es wirklich?

Bevor wir ideologisch werden, stellen wir uns ein paar nüchterne Fragen:

  • Wie viel fahre ich tatsächlich pro Woche?
  • Wo lade ich das Fahrzeug?
  • Was kostet mich das Ganze realistisch?
  • Und: Verdiene ich dadurch mehr?

Denn Nachhaltigkeit ist wichtig.

Aber Nachhaltigkeit, die dich wirtschaftlich ruiniert, ist keine Strategie – sondern Selbstkasteiung.

Der politische Rahmen (Stand 2026)

  • Der Umweltbonus für E-Fahrzeuge wurde stark reduziert bzw. für viele Modelle komplett gestrichen.
  • Das EU-Verbrenner-Aus für Neuzulassungen ist für 2035 geplant.
  • Umweltzonen werden nicht weniger – eher restriktiver.
  • Kommunen diskutieren zunehmend CO₂-neutrale Innenstadtbereiche.

Kurz: Der Druck auf klassische Diesel wird langfristig steigen.

Aber Druck ersetzt keine Wirtschaftlichkeit.

Was spricht für einen E-Food-Truck?

1. Umweltzonen & Fahrverbote

Mit einem E-Fahrzeug bist du erstmal auf der sicheren Seite.
Keine Diesel-Diskussion, keine Sondergenehmigungen.

2. Image

Gerade bei:

  • Nachhaltigen Events
  • Green-Festivals
  • Unternehmens-Caterings mit ESG-Fokus

kann ein elektrischer Truck ein echtes Verkaufsargument sein.

In manchen Branchen ist "emissionsfrei" inzwischen Teil der Ausschreibung.

3. Leiser Betrieb

Das ist tatsächlich ein Vorteil:

  • Weniger Motorengeräusch
  • Angenehmer bei Events
  • Bessere Akzeptanz in Wohngebieten

Und jetzt die Praxis

1. Reichweite

Ein klassischer Food Truck wiegt – ausgebaut – schnell 3,5 bis 4,2 Tonnen.
Mit Kühlung, Gas, Wasser, Equipment.

Realistische Reichweiten bei elektrischen Transportern unter Volllast: 150–250 km.

Für reine Innenstadt-Mittagstisch-Konzepte?
Machbar.

Für:

  • Mehrere Caterings pro Tag
  • Ländliche Strecken
  • 200-km-Radius rund um eine Großstadt

… wird es eng.

2. Ladeinfrastruktur

Der größte Knackpunkt ist nicht die Reichweite – sondern das Laden.

Fragen, die du dir stellen musst:

  • Kann ich über Nacht zuverlässig laden?
  • Habe ich Starkstrom am Stellplatz?
  • Was mache ich bei Event-Touren mit mehreren Tagen?

Ein Food Truck ist kein Privat-PKW, den du an der Wallbox parkst.

Er ist dein Produktionsmittel.

Wenn der Akku leer ist, stehst du nicht nur – du verdienst kein Geld.

3. Anschaffungskosten

E-Transporter sind in der Regel teurer als Diesel.

Und jetzt kommt das Entscheidende: Ein Food Truck ist kein normales Fahrzeug.

Du kaufst:

  • Basisfahrzeug
  • Komplettausbau
  • Technik
  • Umbauten
  • Eventuelle Zusatzbatterien

Ob sich der Mehrpreis über geringere Energiekosten amortisiert, hängt massiv von deinem Einsatzprofil ab.
Viele rechnen hier zu optimistisch.

4. Strom ist nicht automatisch "grün"

Ein häufiger Denkfehler: E-Auto = automatisch nachhaltig.

Der Strommix in Deutschland ist zwar deutlich grüner geworden – aber noch lange nicht 100 % erneuerbar.

Wenn du wirklich nachhaltig argumentieren willst, brauchst du:

  • Nachweislich Ökostrom
  • Transparente Kommunikation
  • Ehrliche CO₂-Betrachtung

Sonst bleibt es Marketing.

Die entscheidende Frage: Verdiene ich mit einem E-Food-Truck mehr?

Wenn die Antwort "Ja" lautet, weil:

  • du gezielt nachhaltige Caterings akquirierst
  • du Ausschreibungen gewinnst
  • du dich bewusst als Green-Brand positionierst

→ Dann kann das Sinn machen.

Wenn die Antwort lautet: "Ich mache das, weil ich glaube, ich müsste" 

→ Dann ist das keine unternehmerische Entscheidung.

Meine Einschätzung 2026

Für klassische Food-Truck-Konzepte:

  • Mittagstisch
  • Mischform Mittag + Catering
  • Selbstzahler-Events
  • 150–200 km Einsatzradius

… ist der Diesel (oder zumindest Hybrid) aktuell noch wirtschaftlich robuster.

Für klar positionierte Nachhaltigkeitskonzepte in urbanen Räumen kann ein E-Truck hingegen ein strategischer Vorteil sein.

Fazit

Ein E-Food-Truck hat eine Chance.

Aber nicht als Ideologieprojekt.

Sondern als bewusst gewählte Positionierung.

Wenn du:

  • dein Einsatzgebiet kennst
  • deine Zielgruppe kennst
  • deine Zahlen kennst

… dann kannst du entscheiden, ob Elektrifizierung zu deinem Geschäftsmodell passt.

Nicht umgekehrt.

Triff Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus

Ob E-Truck oder Diesel, Mittagstisch oder Catering, Solo oder Team – jede dieser Entscheidungen ist nur ein Baustein.

Die eigentliche Frage lautet: Wie soll dein Food-Truck-Business insgesamt aussehen?

Im Food Truck Workbook arbeitest du systematisch an:

  • deinem Geschäftsmodell
  • deiner Umsatzstrategie
  • deinem Einsatzradius
  • deiner Positionierung
  • deiner Kostenstruktur
  • deiner persönlichen Zielsetzung

Damit du nicht auf Trends reagierst – sondern dein Business bewusst baust.

👉 Hier geht’s zum Food Truck Workbook

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